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Fotos: Alexander Mengel

Hier geht niemand zum Lachen in den Keller

Artikel von Michelle Fiedler am 01.03.2018

Das Rhöner Spaßmuseum ist eine amüsante Sehenswürdigkeit in Spahl

Im nördlichen Teil der Rhön im beschaulichen Spahl – einem Ortsteil der thüringischen Stadt Geisa – ist das Rhöner Landleben aus früheren Zeiten hautnah erlebbar. Hier schließt sich direkt am Gasthof Heile Schern eine ganz besondere Ausstellung an: das 1. Rhöner Spaßmuseum.  

Besucher und Freunde des Landes der offenen Fernen kommen von nah und fern in das kleine Örtchen, um die etwas andere Schau zu erleben. Kein Wunder, dass das kleine Museum mittlerweile weit über die Thüringer Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Dabei ist der Eingang auf den ersten Blick leicht zu übersehen. Doch wie bei einigen Ausstellungsstücken, lohnt sich auch hier ein weiterer Blick. Dann wird man auf das Drehkreuz aufmerksam, das den Ein- und Ausgang des Spaßmuseums darstellt und das Erinnerungen an den Eingang eines Schwimm- oder Freibads weckt. Für zwei Euro gibt das Drehkreuz den Weg in das Innere der Sehenswürdigkeit frei. Man sollte daher unbedingt Kleingeld (50-Cent-, 1- oder 2-Euro-Münzen) zur Hand haben. 



Betritt man das Museum, wecken von Beginn an zahlreiche Tafeln und Plakate mit lustigen Sprüchen, Zeichnungen und Witzen die Aufmerksamkeit des Besuchers. Um den Spaß zu verstehen, muss man lediglich etwas Humor mitbringen. Doch dann kann man die zahlreichen Sprüche und Stücke auf einer Ausstellungsfläche von 270 Quadratmetern in vollen Zügen genießen. Die Besucher erwartet Historisches, Kurioses und Witziges in Form von alten Werkzeugen, Maschinen und Kleidung aus dem Rhöner Landleben sowie natürlich Sprüche, Witze und Bauernweisheiten. Man fühlt sich in eine frühere Zeit versetzt. Geht man aufmerksam durch diese urige Umgebung, merkt man, dass hinter dem einen oder anderen Spruch durchaus ein Fünkchen Wahrheit steckt. Hier darf man sich auf Relikte aus der ehemaligen DDR, eine Altweibermühle, Wolpertinger und andere Gegenstände, die die Phantasie beflügeln, freuen.

Genial ist auch die Regelung der Beleuchtung: Über mehrere Bewegungsmelder, die die Besucher auslösen, werden bestimmte Teile der Sammlung beleuchtet, sodass man immer einen optimalen Blick auf die Ausstellungsstücke hat. Zudem gibt es ein paar „Spezialeffekte“. Da fährt plötzlich ein Luftzug unter den Rock eines Fräuleins und bauscht diesen auf, aus einem Bett vernimmt man nur ein lautes Schnarchen und wie aus heiterem Himmel fängt ein altes Radio an, einen Schlager oder Country-Song zu spielen – den man mit etwas „Glück“ sogar als Ohrwurm mit nach Hause nimmt.

Ursprünglich wollten die Initiatoren – die Familie Trabert, die auch Inhaber des angrenzenden Gasthofs ist – ein Heimatmuseum eröffnen. Doch das erschien ihnen nicht genug. Das Ergebnis waren rund 1.000 Ausstellungsstücke aus dem Rhöner Alltag, die von etwa 500 Sprüchen begleitet werden. Jahrelang sammelten sie alte Gegenstände, die sonst vergessen oder im Müll gelandet wären oder höchstens nur noch auf Flohmärkten ihre Kundschaft gefunden hätten. Und der Erfolg gibt ihnen Recht – ist das Museum doch bereits über die Landesgrenzen hinaus bekannt und lockt einige Besucher bei ihrem Abstecher in die Rhön an.

Eine gute Stunde kann man in der herrlich amüsanten Umgebung auf jeden Fall verbringen. Zwar ist die Schau nicht immer hundertprozentig jugendfrei und Kinder würden viele Dinge wahrscheinlich nicht verstehen, doch für jeden Erwachsenen mit einem Funken Humor ist das etwas andere Museum auf jeden Fall ein großer Spaß und definitiv einen Besuch wert.

1. Rhöner Spaßmuseum
Zum Geisaer Berg 1
36419 Spahl
(036967) 51088
www.heileschern.de

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