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Fotos: Marzena Seidel

Monstermäßig unterwegs

Artikel von Michelle Fiedler am 31.08.2017

Auf gewaltigen Tretrollern die Rhön erleben

Für alle Freunde, Bewohner und Besucher unserer schönen Rhön suchen wir stets neue, spannende und abwechslungsreiche Aktivitäten, um das Land der offenen Fernen zu erleben. Das Team vom Rhön-Magazin hat daher einmal die Erkundung des Mittelgebirges auf eine ganz andere Art ausprobiert: Über Stock und Stein ging es geschwind auf großen Monsterrollern durch die wunderschöne Umgebung.

Monster? Klingt zunächst etwas seltsam und manche stellen sich bestimmt eine Verkleidung des normalen Rollers wie in einer Geisterbahn vor. Tatsächlich sind die Monsterroller die großen Brüder der Tretroller, mit denen sicher viele Menschen Kindheitserinnerungen verknüpfen. Mit nur wenigen Anpassungen werden sie zum Allrad für Erwachsene. Und monstermäßig ist dabei eine gute Beschreibung: Die Roller bestehen aus klobigen, rohförmigen Alurahmen und sind mit Vorder- und Rückscheibenbremsen sowie enorm breiten Reifen mit tiefem Profil ausgestattet. In knalligem Orange sind die Gefährte ein echter Hingucker.



Auf der Wasserkuppe treffen wir Carolin und Jan Staubach von Pro Impuls in der Nähe des Kletterwalds. Seit 2006 bieten die beiden Touren, Trainings und Events an. Begonnen haben sie als Kanu- und Outdoorschule, doch das Duo entdeckte schnell das Potential erlebnispädagogisch gestalteter Angebote. Was zuvor neben dem Beruf gemacht wurde, reicht seit 2011 für die vollständige Selbstständigkeit aus. Mit den Monsterrollern bestreiten sie aktuell ihre dritte Saison.

Bevor es losgeht, werden wir alle mit schicken blauen Helmen ausgestattet. Nur unser Tourenguide Carolin bekommt den rosa Mädchenhelm. Anschließend geben uns die zwei Erlebnisprofis eine kurze Sicherheitseinweisung: Neben der Grundhaltung – mit beiden Beinen auf dem Roller stehend, Knie leicht gebeugt und locker – ist es vor allem wichtig, sich mit den Händen am Lenker festzuhalten. Jan gibt uns den Tipp, immer zwei Finger auf der Bremse zu haben, um schnell reagieren zu können. Im Fall der Fälle sollen wir Vorder- und Hinterradbremse gleichzeitig benutzen. Außerdem muss genug Abstand zum Vordermann gehalten werden.



Vor der Abfahrt eines Hangs sollte jeder für sich entscheiden, ob er fährt oder schiebt. „Sonst behindert man alle anderen Teilnehmer, wenn man so ein Zwischending macht und immer wieder ein Bein absetzt“, erklärt Carolin. Ihr Rat: „Wenn man beim Bremsen das Gewicht ein wenig nach hinten verlagert, indem man den Po rausstreckt, hat man eine sehr sichere Kontrolle.“ Klingt ja eigentlich recht simpel. Also starten wir die Tour.

Die beginnt gleich mit dem ersten Anstieg Richtung Radom. Nach nur wenigen Metern merken wir, dass das Bergaufschieben der 15 Kilogramm schweren Roller auf Dauer ganz schön viel Kraft kostet. „Alles für den Knackpo!“, feuert Carolin uns an. Allerdings kommt hier schon das erste Mal die wichtigste Gruppenregel zum Tragen: „Wenn einer schiebt, schieben alle.“ Am höchsten Aussichtspunkt Hessens angekommen, dürfen wir uns mit unseren Monstern erstmals in Aktion vertraut machen: kurze Stücke rollen, Slalom fahren und die Bremsen austesten.



Nach dem Einfahren geht es los in Richtung Fliegerdenkmal. Dabei meistern wir gleich das steilste Stück, das auf unserer Strecke bergab führt. Zunächst noch etwas langsam und vorsichtig, wird unser Grüppchen schnell mutiger und hat sichtlich Spaß an den Monsterrollern. Über Stock und Stein geht es auf festgelegten Feld-, Wander- und Radwegen mit den stabilen Tretern. „Es ist wichtig, dass wir auf den ausgewiesenen Wegen bleiben. Immerhin liegt uns die Natur des Biosphärenreservats ebenso am Herzen wie der Spaß“, erklärt uns Carolin, warum Querfeldeinfahrten nicht erlaubt sind. Das ist mehr als in Ordnung, denn die wunderschöne Landschaft des Mittelgebirges lässt sich von überall genießen.
Unsere Tour führt uns am Pferdskopf vorbei durch Waldabschnitte, bis zum größten natürlich entstandenen See Hessens: dem Guckaisee.

Dort machen wir eine kurze Trinkpause – zwar rollen wir hauptsächlich bergab, allerdings gibt es auch einige lange Geraden und ansteigende Passagen, auf denen wir unseren Po wieder kräftig trainieren. Nach der Rast geht es weiter nach Rodholz, vorbei an Bauernhöfen und Wiesen, auf denen Kühe grasen, und weiter nach Poppenhausen zum sogenannten Team Tower – dem Kletterturm von Pro Impuls. Dort ist auch das Ziel unserer Tour, die wir alle sichtlich genossen haben.



Wie das Duo auf die Monsterroller gekommen ist? „Wir haben die Roller schon in der Schweiz und dem Alpenland gesehen und haben sie bei einer Tour im Harz selbst mal ausprobiert“, erinnert sich Jan. Danach stand für die Staubachs fest: So etwas brauchen wir auch in der Rhön! Mittlerweile besitzen die beiden 30 eigene Roller, die jeweils etwa 2.000 Euro kosten. Mit diesen sind sie praktisch jedes Wochenende unterwegs und sorgen bei Firmen, Junggesellenabschieden, Schulklassen sowie Ferienfreizeiten, aber auch bei allen anderen Gruppen ab acht Personen für ein einzigartiges Erlebnis.

Für einzelne Personen gibt es offene Termine, an denen man sich einfach einer Gruppe anschließen kann. Das Team von Pro Impuls ist mit viel Leidenschaft, Freude und ganz viel Herz bei der Sache und auch ständig auf der Suche nach neuen Routen und Erlebnismöglichkeiten. Wir hatten eine Menge Spaß, haben viel gelacht und können diese andere Art der Erkundungstour nur empfehlen. Der Team Tower bot zum Abschluss ein imposantes Bild – den zu erklimmen, sollte man vielleicht auch einmal ausprobieren …

Kontakt
Pro Impuls
Dorfstraße 4
36145 Hofbieber-Wiesen
Telefon (06657) 2399991
info@pro-impuls.com
www.pro-impuls.com